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Stuttgart 21 neu denken statt Prinzipienreiterei

Dieser Eintrag stammt von Günther Ohland Am 31.7.2011 @ 10:20 In Meinung, Politik | Keine Kommentare

Netter, ehrenwerter Versuch, Herr Geisler, aber von vornherein zum Scheitern verurteilt. Es klingt ein wenig Verzweiflung mit. Der neue Kompromissvorschlag des Schlichters, ein bisschen von beiden, birgt die Probleme beider Bahnhofslösungen in sich. Zudem geht es der Bahn und dem Verkehrsminister vorrangig ums Prinzip: “Es muss doch noch möglich sein, in Deutschland ein anspruchsvolles Infrastrukturprojekt durchzuzuziehen” und den Stuttgart21 Gegnern ums Prinzip “Die da oben  können doch nicht machen, was sie wollen”. Dabei gibt es gute Lösungen, die billiger und leistungsfähiger sind als S21, aber aus Prozip schaut da wohl niemand ernsthaft hin.

Einfach  einen altes Bahnhofskonzept durch ein neues ersetzen ist zu einfach, ist eindimensional. Smart wäre es, Flugverkehr, Autobahn und Schiene intelligent zu vernetzen. In bzw. bei Stuttgart ginge das problemlos. Am Flughafen Stuttgart treffen heute schon Luftverkehr und Autobahn zusammen. Die neue Messe ist in unmittelbarer Nähe. Was hier noch fehlt, ist der ICE / Fernverkehrsbahnhof. Umsteigen vom Auto auf die Bahn, von der Bahn auf den Flieger, fast “barrierefrei” für vergleichsweise wenig Geld machbar.

Und was ist mit dem Innenstadtbahnhof? Das wohl sowieso schon verkaufte überirdische Bahnareal kann so genutzt werden, wie es der Plan S21 vorsieht. Kein Stress mit ECE und anderen Investoren Aber, der alte ehrwürdige Bahnhof bleibt, allerdings in verkleinerter Form. Von dort aus wird eine moderne Anbindung an den Fernbahnhof gelegt. Das geht auch ohne risikoreiche und teure Untertunnelung oder Baulandvergeudung in der Innenstadt. Wuppertal und Japan machen es seit Jahrzehnten vor. Oder moderner: Monorails auf Stelzen über der Straße, knapp wenige Meter unter der Fahrbahndecke oder sogar durch die neu entstehenden Gebäude. Das ist alles machbar.

Stuttgarter sagen mir, alles super, aber dann wäre der neue Fernbahnhof ja nicht mehr auf Stuttgarter, sondern Leinfelden-Echterdinger Grund, undenkbar für uns.

Na dann kann der Leidensdruck nach nicht so groß sein, oder?


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