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Bürger und Anwender im Fokus - Stadt Witten migriert dank Patton-Inalp auf IP-Telefonie

Dieser Eintrag stammt von Günther Ohland Am 31.8.2011 @ 10:12 In Patton-Inalp, Politik, Grundlagen, Sonstiges | Keine Kommentare

Die Stadt Witten, mit rund 99.000 Einwohnern größte Stadt des Ennepe-Ruhr-Kreises am südöstlichen Rand des Ruhrgebiets und in direkter Nachbarschaft zu Bochum und Dortmund, beschäftigt rund 1.400 Mitarbeiter. Für 1.250 davon ist das Telefon das wichtigste Handwerkszeug.

[1] Andreas Hasenberg„Ein Ausfall des Telefonsystems ist für uns undenkbar“, unterstreicht Andreas Hasenberg - Leiter Systeme, Technik, Netze – die Abhängigkeit des Bürgerservices vom Telefon. Die Hicom Anlage bediente ursprünglich 1.000 Teilnehmer und 4 ISDN S2M Leitungen. Allerdings war der Betrieb zu aufwändig und viele der von der Verwaltung gewünschten Funktionen waren gar nicht oder nur sehr schwierig zu realisieren.
Man beschloss, im ganz kleinen Rahmen mit zehn ausgewählten Nutzern und Anwendungen die neue Technik „VoIP“ zu testen. Die Entscheidung für ein MS-Windows basiertes System und gegen Linux-Astrerisk begründet sich im vorhandenen Windows-Server Know-how der Administratoren und den bereits vorhandenen Windows-Servern. Ein Ziel war, die vorhandenen Adress- und Rufnummernbestände  aus dem Exchange-Server zu verwenden und aus jeder Office-Anwendung heraus direkt einen internen und externen Teilnehmer anzurufen. Dies allein führt zu merklichem Komfortgewinn und Steigerung der Produktivität. Die Entscheidung für Swyx fiel zuerst wegen der einfachen und sicheren Bedienung durch die Benutzer. Erst in zweiter Linie waren dann die Features des Systems ausschlaggebend. Um den Aufwand am Anfang klein zu halten, wurde die Swyx als Unteranlage der Hicom installiert.

[2] Frank WoesthoffDer Versuch gelang und die Technikabteilung um Andreas Hasenberg und Frank Woesthoff begann, ein Ziel des Rates und der Verwaltung umzusetzen: die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das bedeutet in diesem Fall, dass Eltern mit Kleinkindern ihren Tagesablauf so gestalten können, dass sie teilweise, überwiegend oder ganz aus dem HomeOffice heraus arbeiten. Die Stadt Witten richtet dazu in den entsprechenden Haushalten einen PC-Arbeitsplatz mit Softphone ein. Die Anbindung erfolgt per DSL mit VPN für Sprache und Daten. Die Mitarbeiter sollten über ihre Büronummer erreicht werden können, auch wenn sie im HomeOffice sind und sollen auch von zuhause aus mit ihrer Büronummer ins interne und öffentliche Netzwerk telefonieren.

Mit der Realisierung wurde die Firma bluvo (www.bluvo.de) aus Ratingen beauftragt. Bei der Realisierung stellte sich schnell heraus, dass die Installation des Swyx-Systems hinter der Hicom für diese und geplante künftige Anwendungen dauerhaft keinen Sinn ergibt. Als Lösung installierte bluvo ein externes VoIP-Gateway zwischen den S2M ISDN Leitungen, der Hicom und dem Swyx Serversystem. Im Einsatz sind drei SmartNode 4960 vom Schweiz-Amerikanischem Hersteller Patton-Inalp. Der SmartNode 4960 fungiert als Gateway, Router und Session Border Controller. Mit 1 bis 4 PRI und 2 Ethernet Ports, einer IP Routing- und Transcoding Lizenz, sowie Q-SIG/IP-Sec deckt der SN4960 quasi das gesamte Spektrum der Unified Communications Anwendungen ab. Eine Besonderheit des Gerätes ist die Transcodierung. Innerhalb eines LANs steht in der Regel eine große Bandbreite zur Verfügung. Es ist also kein Problem, High-Definition-Voice von IP-Telefon zu IP-Telefon zu übertragen. Verlässt ein IP-Gespräch allerdings das LAN in Richtung eines ausgelagerten Arbeitsplatzes wird von den DSL-Providern oft nur eine niedrige Bandbreite angeboten. Sprechen beispielsweise zwei extern per VoIP angebundene Teilnehmer, optimiert der SmartNode die Sprachqualität durch Transcodierung zwischen verschiedenen Codecs.

[3] SmartNode 4960Das gesteckte Ziel wurde erreicht. Dabei stellte sich heraus, dass nicht nur die familienfreundliche Lösung perfekt funktioniert, sondern das auch noch Kosten eingespart werden. Die Installation im HomeOffice ist recht einfach zu realisieren, statt zusätzlichem analogen bzw. ISDN-Telefon wird ein USB-Telefon-Handapparat am PC genutzt. Die zusätzliche Leitung entfällt und die oft komplexe Abrechnung von dienstlichen und privaten Telefonaten ebenfalls. Stadtverwaltung und Mitarbeiter sind zufrieden. Inzwischen wurden – immer da, wo die Anwendung es bedingt – weitere Büros über die Swyx betrieben. Langfristiges Ziel ist die komplette Ablösung der Hicom. „Die Vorteile liegen auf der Hand. Wir müssen dann nur noch ein Netz betreiben, die strukturierte IP-Verkabelung. Dort wo ein PC steht, kann dann auch ein VoIP-Telefon stehen“, kommentiert Frank Woesthoff vom Amt für Datenverarbeitung und Kommunikationstechnik und er fährt fort: „die meisten Anwender wünschen sich ein richtiges Telefon und kein Headset oder USB-Hörer. Wir tragen dem Rechnung. Unsere Aufgabe ist es, für die Kollegen optimale Kommunikationsbedingungen bereitzustellen“. Dazu gehören auch Features wie persönlicher digitaler Anrufbeantworter und Fax per E-Mail. Faxe lassen sich so ganz einfach papierlos weiterleiten und im Dokumentenmanagementsystem archivieren. Auch Nachrichten auf dem Anrufbeantworten lassen sich per E-Mail weiterleiten oder speichern. In Kürze wird die Feuerwehr in das Swyx-Netzwerk integriert. Der „Stab für außergewöhnliche Ereignisse“ hat besondere Kommunikationsbedürfnisse, die sich am besten mit Swyx und Patton-Inalp realisieren lassen. Einen „Big Bang“, eine komplette Umstellung an einem Tag wird es nicht geben. Je nach Anforderung der Verwaltungsmitarbeiter und der Dienstleistungsbedürfnisse der Bürger wird die IP-Telefonie schrittweise weiter ausgebaut. Sanfte Migration mit dem Anwender im Fokus.

Eckdaten

4 ISDN S2m Leitungen = 120 Kanäle

3 Patton-Inalp SmartNode 4960. Diese verteilen Rufe an Hicom und Swyx

1250 User bei ca. 1400 Mitarbeitern

200 Softphones


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