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Archive für 6.1.2012
Mein Präsident? Jedes Volk bekommt den Präsidenten den es verdient!
6.1.2012 von Günther Ohland.
Der Bundespräsident ist der höchste Repräsentat der Bundesrepublik Deutschland, hier im Land und in der großen weiten Welt. So wie er sich darstellt, prägt er das Bild von Deutschland bzw. von den Deutschent. Der Präsident stellt also irgendwie uns alle dar.
Spricht Herr Wulff für mich? Ist er mein Präsident? Bin ich so, möchte ich so sein, wie er sich gibt? Für meine Person kann ich das mit Überzeugung verneinen. Aber ist seine Persönlichkeit so quer durch alle Bevölkerungsschichten nicht doch repräsentativ? Zumindest für die Gruppe der smarten Nur-Berufspolitiker trifft das wohl zu: Schule, Partei, Abi, Volkswirtschafts- und Politik-Studium, Mandat, nehmen was man bekommen kann, juristisch einwandfrei und teflonbeschichtet formulieren, Mäntelchen nach dem Wind hängen, Parteidisziplin, nur zugeben, was nicht mehr zu leugnen ist, und dabei immer adrett aussehen. Diese Spezies von Nur-Berufspolitikern ist universell in jeder Partei einsetzbar und austauschbar als kämen sie alle aus der gleichen Produktionsstraße. Wir haben viele davon. Und wir haben sie ind die Positionen gewählt. Es geschieht uns also recht, wenn einer davon Präsident wird.
Unsere Kanzlerin hat mit seiner “Beförderung” zum Präsidenten mindestens zwei Fliegen mit einem Schlag erlegt. Der mögliche Wettbewerber um Spitzenposten bei den Relogiösen ist als Präsident auf’s Eis gelegt. Wer Präseident war, kann nicht Kanzler werden, wir sind doch schließlich nicht in Russland. Und - anders als beim aufmüpfigen Herrn Köhler (unterschreibt der doch ein Gesetz der Kanzlerin nicht) - wusste Wulff gleich, was seine Aufgabe war. Maul halten, unterschreiben, was ihm die Kanzlerin vorlegt, den netten Schwiegersohn geben, Maul halten, “Wink-August” also.
Das kann er doch auch weiter machen, da sparen wir uns doch den Rücktritt. Ich erwarte von Ihm keine Vorbildfunktion mehr, und eigentlich ist es doch egal, wer unter Merkel Präsident ist.
Wenn der Präsident nicht im politischen Berlin ausgekungelt, sondern vom Volk gewählt würde, hätten wir dann einen Präsidenten, auf den wir stolz sein können? Den wir gerne nach Afrika auf Staatsbesuch schicken würden, weil er uns dort würdig und gut vertritt? Der nicht die Bodenhaftung verliert, kein Popstar sein und nicht unbedingt mit den großen Jungs spielen möchte? Schlimmer als jetzt kann es nicht werden.
Der Bundespräsident soll vom Volk in direkter Wahl gewählt werden. Wenn nicht jetzt, wann dann!
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